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Tagungsthema: Call for papers: Familie in krisenhaften Zeiten - Tagung des Arbeitskreises Historische Familienforschung (AHFF) in der Sektion Historische Bildungsforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
Durchführende Institution: Arbeitskreis Historische Familienforschung (AHFF) in der Sektion Historische Bildungsforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
Tagungsbeginn: 25. 01. 2013
Tagungsende: 26. 01. 2013
Tagungsort: Köln
Veranstaltungsstätte: Universität zu Köln
Anprechpartner: Groppe, Carola
E-mail des Anprechpartners: groppe@hsu-hh.de
Tagungsankündigung:

Politische und ökonomische Krisen, aber auch ökologische Katastrophen haben gravierende Auswirkungen nicht nur auf Individuen und Gesellschaften, sondern auch auf Familien: Verfolgung, Flucht, Vertreibung, Hungersnöte, Armut, Obdachlosigkeit – dies alles sind Situationen, die individuell und gesellschaftlich verarbeitet werden müssen, deren Bewältigung aber auch bzw. vor allem auf der Ebene der Familie stattfindet. Gleichwohl hat sich die Historische Familienforschung dieser Thematik eher punktuell als grundlegend zugewendet, dies gilt aber auch für die Familienforschung insgesamt. Zwar liegen zahlreiche, vornehmlich zeitgeschichtliche Studien zum familialen Umgang mit Verfolgung, mit Flucht und Vertreibung, mit Vaterlosigkeit und Kriegstraumata vor; deren Fokus ist jedoch vor allem auf die beiden Weltkriege gerichtet. Demgegenüber sind andere, historisch weiter zurückliegende Krisenzeiten und Krisenphänomene – z. B. Kriege der Frühen Neuzeit und des 18. und 19. Jahrhunderts oder Hungersnöte, religiöse und ethnische Verfolgung, Migrationsprozesse aufgrund von Verarmung seit dem Mittelalter etc. – von der Historischen Familienforschung vergleichsweise wenig thematisiert worden. Gleiches gilt für Krisen in außereuropäischen Regionen, mit denen sich die Historische Familienforschung bis heute so gut wie gar nicht befasst hat. Auf der Tagung an der Universität zu Köln sollen daher unter der Perspektive ‚Familie in krisenhaften Zeiten‘ historische, aber auch aktuelle Krisenerfahrungen und Krisenbewältigungen in Familien, die durch außerfamiliale ‚Krisenzeiten‘ bewirkt sind, zum Thema gemacht werden.
Der Begriff der „Krisenzeit“ lässt sich jedoch nicht nur auf ökonomische, politische und ökologische Krisen und deren Folgen für Familien beziehen. Vielmehr geraten Familien auch aufgrund innerfamilialer Ereignisse wie Trennungen, Scheidungen, Tod, aber auch Sucht und Gewalt in mit-unter lang andauernde Krisen. Die Auswirkungen, die äußere und innere Krisen auf Familien haben, z.B. auf die familiale Interaktion und auf innerfamiliale Beziehungen, sind, gerade im Hinblick auf die Geschichte der Familie, kaum untersucht worden. Auch die Frage nach familialen Bewältigungsstrategien ist in historischer Perspektive kaum bearbeitet worden.

Folgende Fragen stellen sich: Wie gingen Familien mit der Situation der Krise und der damit zumeist verbundenen Tatsache um, dass die bisher bewährten Muster der Problembewältigung nicht mehr funktionierten? Welche inner- und außerfamilialen Unterstützungssysteme konnten aktiviert werden – oder auch nicht? Welche Netzwerke (z.B. Verwandtschaft, Freunde, Nachbarschaft) konnten mobilisiert und genutzt werden – oder auch nicht? Lassen sich eventuell familientypische Resilienzfaktoren ausmachen, die den Umgang mit krisenhaften Zeiten erleichterten, und unter welchen Voraussetzungen gelang es Familien, Krisen als Wendepunkte zu Wachstum und Weiterentwicklung zu gestalten?

Die Tagung will ein Forum bieten, das Thema „Familie in krisenhaften Zeiten“ in seiner ganzen inhaltlichen Breite zu erörtern. Wie bei allen Tagungen des Arbeitskreises freuen wir uns über Beiträge in Form historischer oder aktueller Fallstudien wie auch über Vorträge, die die theoretischen, methodischen oder methodologischen Aspekte des Tagungsthemas ins Zentrum rücken. Die Beiträge sollten 30 Minuten nicht überschreiten.

Bitte reichen Sie bis spätestens 1. November 2012 ein kurzes Exposé ein. Schicken Sie Ihren Vorschlag per mail an:
Prof. Dr. Carola Groppe, Professur für Erziehungswissenschaft, insbesondere Historische Bildungsforschung, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg

E-Mail: groppe@hsu-hh.de,

Tel: 040/6541-2854

Schlagwörter: Bildungsgeschichte; Tagung; Familie; Krise; Familienkonflikt
Erfassungsdatum: 02. 07. 2012
Korrekturdatum: 01. 10. 2012